Steuerkanzlei Lange
Steuerkanzlei Lange

Prostitution

 

Einkünfte und Umsätze aus der Tätigkeit als Prostituierte werden in Deutschland genauso besteuert, wie jede andere gewerbliche Tätigkeit auch. Selbst wenn Prostitution gegen die guten Sitten oder gesetzliche Verbote verstoßen würde, käme es dennoch zu einer Besteuerung, da der Gesetzgeber auch illegales und sittenwidrigen Verhalten besteuert.

 

Im Regelfall sind Prostituierte selbständig und erzielen damit Einkünfte aus Gewerbebetrieb (nach herrschender Meinung handelt es sich nicht um von der Gewerbesteuer befreite freiberufliche Einkünfte, da die Prostituierte keinen freien Beruf ausübt). Bei Beginn der Tätigkeit als Prostituierte ist somit eine Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt abzugeben.

 

Selbständige Prostituierte unterliegen damit folgenden Steuerarten:

 

  • Einkommensteuer: der Gewinn, der im Regelfall durch eine Einnahmenüberschussrechnung ermittelt werden darf, wird im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung als Einkünfte aus Gewerbebtrieb besteuert. Je nach Einkünftesituation sind laufende Einkommensteuer-Vorauszahlungen an das Finanzamt zu leisten.
  • Gewerbesteuer: Gewerbliche Einkünfte unterliegen der Gewerbesteuer. Nur diejenigen, die den Freibetrag von 24.500 Euro pro Jahr überschreiten, müssen tatsächlich Gewerbesteuer zahlen. Ein Teil der gezahlten Gewerbesteuer ist allerdings auf die Einkommensteuer anrechenbar. Je nach Gewinnsituation sind laufende Gewerbesteuer-Vorauszahlungen an das Finanzamt zu leisten.
  • Umsatzsteuer: Die Umsätze aus sexuellen Dienstleistungen sind mit dem allgemeinen Steuersatz von 19% zu versteuern. Monatlich oder quartalsweise sind Umsatzsteuer-Voranmeldungen elektronisch bei dem Finanzamt einzureichen und entsprechende Umsatzsteuer-Vorauszahlungen zu leisten. Unter Umständen kann aber auch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden, so dass gar keine Umsatzsteuer zu zahlen wäre. Der Kleinunternehmer ist aber nicht identisch mit dem Kleingewerbetreibenden.

 

Selbständige Prostituierte haben im Regelfall auch Buchführungspflichten und Aufzeichnungspflichten gegenüber dem Finanzamt zu erfüllen.

 

Es lägen jedoch Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit vor (Angestelltenverhältnis), wenn die Prostituierte im weitesten Sinne weisungsgebunden in einem Bordellbetrieb arbeiten würde. Merkmale hierfür wären:

 

  • Verpflichtung zur Einhaltung fester Arbeitszeiten
  • festes Grundgehalt (unabhängig von der Kundenzahl)
  • Eingliederung in einen festen betrieblichen Ablauf
  • Weisungsgebundenheit gegenüber dem Arbeitgeber

 

Bei vorliegen eines Angestelltenverhältnisses ist dem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte vorzulegen (neu: elektronische Lohnsteuerkarte). Diese Einkünfte sind somit lohnsteuerpflichtig und unterliegen der gesetzlichen Sozialversicherung. Eventuell kann auch ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vorliegen, bei dem die angestellte Prostituierte keine Abgaben zahlen muss (bis 400 Euro/Monat bzw. max. 4.800 Euro/Jahr). Im Falle eines Angestelltenverhältnisses sind Umsatzsteuer und Gewerbesteuer durch die Prostituierte nicht zu zahlen.

 

In einigen Bundesländern wird durch die Bordellbetreiber - in Abstimmung mit dem Finanzamt - auch das so genannte Düsseldorfer Verfahren angewandt. Hierbei wird von der jeweiligen Zimmermieterin (Prostituierten) durch den Bordellbetreiber pro Tag ein Pauschalbetrag von 25 Euro einbehalten. Hierbei handelt es sich für die jeweilige Prostituerte allerdings nicht um eine Pauschalsteuer oder Abgeltungssteuer, sondern diese Beträge werden als Vorauszahlungen von Einkommensteuer oder Umsatzsteuer durch das Finanzamt angerechnet. Damit entbindet das Düsseldorfer Verfahren nicht von der Abgabe der Steuererklärungen bei dem Finanzamt.

Aktuelles

Neuer Internetauftritt

Erfahren Sie jetzt auch im Internet alles über meine Beratungsleistungen und über aktuelle Änderungen im Steuerrecht.

 

Alle Meldungen

Kontakt aufnehmen

Für Fragen oder Terminvereinbarungen erreichen Sie mich Montag - Freitag von 9 - 18 Uhr unter der folgenden Telefonnummer:


+49 30 39037575

 

Nutzen Sie auch gerne direkt mein Kontaktformular.


Druckversion Druckversion | Sitemap
© Steuerkanzlei Lange

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.